VERÄNDERTE SELBST-BILDER

Eine kontrollierte Effektivitätsstudie mit Katamnese zum Quadrinity Prozess von Christiane Windhausen

Diplomarbeit im Fachbereich Psychologie. Westfälische Wilhelms-Universität Münster 1997

Einige Zitate aus der Einleitung in dem Kapitel Diskussion und Ausklang: Das Thema dieser Arbeit ist die wissenschaftliche Untersuchung und Überprüfung des Quadrinity Prozesses. Dabei handelt es sich um ein psychologisches Trainingsprogramm zur Entwicklung emotionaler Intelligenz und Kompetenz, das im Grenzbereich von Therapie und Persönlichkeitsentwicklung liegt.

Das 20. Jahrhundert ist davon geprägt, dass das Menschenmögliche – technisch, ökonomisch und ökologisch – nicht mehr wirklich eingebunden ist in das Mitmenschliche und sozial Verantwortliche. Der industrielle Fortschritt hat nicht gleichzeitig auch eine emotionale und seelische Entwicklung bewirkt. Eindeutige und gesellschaftlich anerkannte Kriterien für emotionale Reife als eine notwendige Voraussetzung des Erwachsenseins gibt es nicht mehr. Übergänge in neue Lebens- und Reifungsphasen werden in der modernen Industriegesellschaft in Form von materiellen Ersatzhandlungen, und nicht als seelische Entwicklungsstufen vollzogen.

So werden ressourcenorientierte Trainingsprogramme, die Menschen ermöglichen, ihre eigenen Potentiale zur kreativen Problemlösung und Veränderung ungesunder Strukturen (innen und außen) zu nutzen, immer mehr zu einer gesellschaftlichen Notwendigkeit.

Der Quadrinity-Prozess ist ein therapeutisches Curriculum, das eine Entwicklung fehlender sozialer Kompetenzen und ein emotionales Nach-Reifen ermöglicht. Durch diese Arbeit sollte eine theoretische Fundierung des Quadrinity Prozesses erfolgen und erste Hypothesen zu seiner spezifischen Wirksamkeit überprüft werden.

Alle verwendeten Fragebögen und Testverfahren belegen für die untersuchte Stichprobe eine hohe Effektivität des Quadrinity Prozesses. So zeigt sich durch die Therapie auf nahezu allen Skalen eine signifikante Verbesserung der Werte. Dieses Niveau vermögen die Teilnehmer auch nach dem Prozess zu halten und zu festigen. Die Hypothese einer stabilen langfristigen Veränderung durch den Quadrinity Prozess konnte also bestätigt werden.
So erfahren die Teilnehmer durch den Quadrinity Prozess in allen erhobenen Symptombereichen einen signifikanten Rückgang der Beschwerden. Die größten Verbesserungen zeigen sich im Bereich der Selbstsicherheit, – wertschätzung und – annahme. Darüber hinaus erweist sich der Quadrinity Prozess als ein wirksames Programm zur Verbesserung der Beziehungsfähigkeit und zur Entwicklung emotionaler Kompetenzen (Selbstwahrnehmung, Erlebnisfähigkeit, Problem- und Konfliktbewältigung, Leistungsfähigkeit, Veränderungskompetenzen, Verantwortungsbewusstsein usw.)

Damit erweist sich eine intensive 8-tätige (Kurzzeit-)Therapie als ein wirksames Medium der therapeutischen Intervention und der Entwicklung von emotionalen Kompetenzen. Die weitverbreitete Meinung, Veränderungen bräuchten eine lange Zeit und psychische Störungen eine lange Behandlung, scheint in der wissenschaftlichen Diskussion mehr und mehr infrage gestellt zu werden.

Eine wesentlicher Schwerpunkt im Quadrinity Prozess ist das Erkennen und Verstehen emotionaler Prozesse bei sich und anderen, sowie ihre Auswirkungen auf die Gesamtpersönlichkeit. Es scheint so zu sein, dass diese Entwicklungsschritte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass Menschen ihre Ressourcen zur eigenen Problembewältigung nutzen können und dies nach dem Quadrinity Prozess auch vermehrt tun.

 

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